Martinskloster Trier

Ersatzneubau Studentenwohnheim Martinskloster Trier

2018

3.Preis

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Entwurfskonzept

Die Ersatzneubauten für das Martinskloster in Trier sollen sich in die bestehende Bebauung an Martinsufer und Ausoniusstraße einfügen und diese bereichern. Wir schlagen zwei neue Solitäre vor, die sich in ihrer Maßstäblichkeit und Kubatur an die Bestandsbebauung an der Asoniusstraße anlehnen und diesen zeitgemäß interpretieren. Der inhaltliche Zusammenhang der beiden Gebäude wird durch ein gemeinsames Materialkonzept unterstrichen. Ziel ist es, die Neubauten selbstverständlich in den Bestand einzubinden und dennoch ihre besondere Stellung kenntlich zu machen.


Städtebau / Äußere Erschließung

Mit den neuen Gebäuden für das Studierendenwerk Trier wird der Block Martinsufer, Ausoniusstraße und Merianstraße geschlossen. Die dreigeschossigen Baukörper nehmen die Trauf- und Firstkante der Klosterbebauung auf und schafft somit einen städtebaulichen Anschluss.
Die Zufahrt zu den 29 Stellplätzen und ca. 90 Fahrradstellplätzen erfolgt vom Martinsufer. Zur Ausoniusstraße definiert der Neubau mit seiner Giebelständigkeit einen neuen attraktiven Stadtplatz, der als Vorplatz dient und die neue Adresse des Studentenwohnheims verortet. Die neue Eingangssituation an der Kreuzigungsgruppe soll als Schnittstelle der Studenten mit dem öffentlichen Raum fungieren und durch die repräsentative Gestaltung das neue Aushängeschild zum Auftakt in das Studentenwohnheim Martinskloster bilden.  

Baukörper/Innere Erschließung 

Der neue Haupteingang mit angeschlossenem Briefkastenbereich und Austellungsfläche befindet sich, wie gewünscht, gut auffindbar vom Martinsufer im nördlichen Bereich des Wettbewerbsgrundstück. Weitere Eingänge im gemeinsamen Innenhof zur allseitigen Erschließung unterstreichen die Durchlässigkeit und Offenheit der Gebäude im Erdgeschoss. Durch die Nebeneingänge können jederzeit alle Wohnungen fußläufig erschlossen werden. Ein weiterer Kern erschließt das Gebäude vertikal und erfüllen die Funktionen der baurechtlich notwendigen Fluchtwege.
Vom Haupteingang kommend umschließt das Hauptgebäude eine gemeinsame Mitte, die die innere Funktionalität veranschaulicht und alle Wohneinheiten kompakt beherbergt. Die einläufige Treppe - als zentrales Erschließungselement - verbindet alle Geschosse von der Eingangshalle aus, barrierefrei werden alle Etagen über einen zentral angeordneten Aufzug erschlossen.  

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Innere Organisation

In den drei Vollgeschossen und dem Dachgeschoss befinden sich 108 Wohneinheiten für die Studenten, davon 15 rollstuhlgerecht, kompakt um eine jeweils zentrale Mitte organisiert.

Material, Konstruktion und Nachhaltigkeit

Die tragenden Außenwandelemente sind in Holzrahmenbauweise gefertigt. Zwischen den Holzbalken sorgt ein komprimierter, nichtbrennbarer Dämmfilz aus Steinwolle für wirksamen Wärme- und Schallschutz. Die Deckenelemente können in Stahlbeton oder als Holz-Beton-Verbundsystem ausgeführt werden. Die Erschließung aus Stahlbeton dient der Aussteifung und bildet den ersten Rettungsweg – sie befindet sich im Gebäudekern oder ist als Laubengang an einer Außenseite angeordnet.
Die beiden Gebäude haben ein günstiges A/V-Verhältnis mit einer durchgängig hochwertig gedämmten Gebäudehülle, die nahezu dem Passivhausstandard entspricht. Damit ist der Energiebedarf gering. Zur (fast vollständigen) Abdeckung des Strom- und Wärmebedarfs dienen eine hauseigene Photovoltaikanlage sowie eine Luft-Wasserwärmepumpe mit Pufferspeicher. Für die Lüftung sorgt eine zentrale Abluftanlage unter der Dachkonstruktion, in den Falzen der Fenster sind Nachströmöffnungen. Die Brauchwassererwärmung erfolgt über elektronische Durchlauferhitzer in den jeweiligen Wohneinheiten. Für Behaglichkeit in den Wohnungen sorgen Fußbodenheizungen, deren niedrige Vorlauftemperaturen den Energieverbrauch gering halten.
Die Fassade besteht aus einer deckend gestrichenen Vertikalholzschalung. Das visuell aufgesetzte Dachfaltwerk ist mit einer einheitlichen Haut aus derselben Holzschalung überzogen. Im Innern erscheint das Material Holz primär an den Decken und den Einbaumöbeln, während die Wände in neutralem Weiss gehalten sind. 

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